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Neuer Präventionskurs "Osteoporose Prophylaxe - fit & Knochengesundheit" ab 25.09.2026

Aktualisiert: vor 2 Tagen

Stark gegen Osteoporose – warum Krafttraining deine Knochen stärkt

Neue Perspektiven auf Osteoporose, Krafttraining und sichere Bewegung


„Ich habe Osteoporose – darf ich überhaupt noch Krafttraining machen?“

Diese Frage hören Menschen nach einer Osteoporose-Diagnose häufig.

Die Antwort der aktuellen Wissenschaft ist deutlich: Ja – und gezieltes Training kann sogar ein wichtiger Bestandteil der Prävention und Frakturvorbeugung sein.

Dabei geht es nicht darum, möglichst schwer zu trainieren oder den Körper zu überfordern. Entscheidend ist vielmehr, den Knochen gezielt, regelmäßig und individuell angepasst zu belasten.

Genau hier setzt unser neuer Präventionskurs „Stark gegen Osteoporose“ bei doc4fit an.


Was passiert eigentlich bei Osteoporose?

Knochen sind kein starres Material. Unser Skelett befindet sich ständig im Umbau.

Alte Knochensubstanz wird abgebaut und neue aufgebaut. Dieser Prozess wird unter anderem durch mechanische Belastungen beeinflusst. Spezialisierte Knochenzellen – insbesondere die Osteozyten – reagieren auf mechanische Reize und steuern dadurch Prozesse des Knochenumbaus.

Vereinfacht gesagt:

Der Knochen „merkt“, dass er gebraucht wird.

Fehlen über längere Zeit ausreichend mechanische Reize – beispielsweise durch Bewegungsmangel, zunehmendes Alter oder längere Immobilität – kann sich die Knochenstruktur ungünstig verändern.

Bei Osteoporose nimmt die Stabilität des Knochens ab. Dadurch steigt das Risiko für sogenannte Niedrigenergiefrakturen, also Knochenbrüche, die bereits bei relativ geringer Belastung auftreten können.


Warum Krafttraining für die Knochen so interessant ist

Krafttraining setzt genau dort an, wo es für die Knochen interessant wird:

Muskeln erzeugen Kräfte – und diese Kräfte wirken über Sehnen und Gelenke auf das Skelett.

Beim Widerstandstraining entstehen dadurch mechanische Belastungen, die einen Trainingsreiz für Knochen und Muskulatur darstellen.

Und die Forschung zeigt inzwischen ziemlich überzeugend, dass dieser Ansatz funktioniert.

Eine systematische Übersichtsarbeit und Metaanalyse von Shojaa und Kollegen untersuchte 17 Studiengruppen mit postmenopausalen Frauen. Dynamisches Krafttraining zeigte dabei positive Effekte auf die Knochendichte an Lendenwirbelsäule, Oberschenkelhals und Hüfte.

Auch eine aktualisierte Metaanalyse aus dem Jahr 2023 kommt zu dem Ergebnis, dass körperliches Training die Knochendichte bei postmenopausalen Frauen positiv beeinflussen kann.

Besonders spannend: Eine aktuelle Metaanalyse aus 2025 wertete 17 randomisierte kontrollierte Studien mit 690 Teilnehmerinnen aus. Widerstandstraining zeigte signifikante Verbesserungen der Knochendichte unter anderem an Lendenwirbelsäule, Oberschenkelhals und Hüfte.


Krafttraining bedeutet nicht automatisch „schwer und gefährlich“

Ein weit verbreitetes Missverständnis lautet:

„Bei Osteoporose darf ich keine schweren Gewichte heben.“

So pauschal lässt sich das wissenschaftlich nicht halten.

Eine der bekanntesten Untersuchungen hierzu ist die LIFTMOR-Studie. Postmenopausale Frauen mit niedriger Knochenmasse absolvierten unter fachlicher Betreuung ein hochintensives Kraft- und Impact-Training. Das Training wurde zweimal pro Woche über acht Monate durchgeführt.

Die Studie zeigte Verbesserungen der Knochendichte und verschiedener funktioneller Leistungsparameter.

Auch bei Männern mit niedriger Knochendichte zeigte die LIFTMOR-M-Studie positive Effekte eines gezielten hochintensiven Trainings auf bestimmte Knochenparameter sowie auf Kraft und funktionelle Leistungsfähigkeit.


Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Mensch mit Osteoporose sofort hochintensiv trainieren sollte.


Und genau das ist der entscheidende Punkt:


Nicht möglichst viel Belastung ist das Ziel – sondern die richtige Belastung.


Belastung muss individuell dosiert werden

Die aktuelle DVO-Leitlinie zur Frakturprävention von 2026 empfiehlt körperliches Training ausdrücklich als zentrale Maßnahme für Menschen mit erhöhtem Frakturrisiko. Für die Verbesserung der Knochenstärke werden insbesondere gewichtsbelastende Übungen und dynamisches Krafttraining empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt außerdem, das Training regelmäßig durchzuführen – für die Knochenstärke mindestens zweimal pro Woche.


Dabei spielen mehrere Trainingsparameter eine Rolle:

  • Belastungshöhe

  • Bewegungsgeschwindigkeit

  • Trainingshäufigkeit

  • Übungsauswahl

  • Trainingsfortschritt

  • individuelle Belastbarkeit


Das Training sollte deshalb progressiv, aber kontrolliert aufgebaut werden.


Es geht nicht nur um starke Knochen

Osteoporose bedeutet nicht nur „zu wenig Knochendichte“.

Ein wichtiger Bestandteil der Frakturprävention ist auch die Frage:

Was passiert, wenn ich stolpere oder stürze?

Denn viele osteoporotische Frakturen entstehen nicht durch eine normale Trainingsbelastung, sondern durch einen Sturz.


Deshalb sollte ein gutes Osteoporose-Training mehrere Komponenten miteinander verbinden:


  • Kraft für Muskulatur und funktionelle Leistungsfähigkeit

  • Knochenbelastung durch gezielte mechanische Reize

  • Gleichgewicht um das Sturzrisiko zu reduzieren

  • Koordination und Reaktion damit der Körper auch bei unerwarteten Situationen besser reagieren kann


Haltung und Rumpfkraftfür eine bessere Körperkontrolle und funktionelle Stabilität

Eine große Cochrane-Analyse mit mehr als 23.000 Teilnehmern aus 108 randomisierten Studien zeigte, dass Bewegung das Sturzrisiko bei älteren Menschen deutlich reduziert. Insgesamt sank die Sturzrate durch Bewegung um etwa 23 %. Besonders Balance- und funktionelle Trainingsformen zeigten einen deutlichen Nutzen.

Die aktuelle DVO-Leitlinie empfiehlt deshalb neben dem Training der Knochenstärke auch gezieltes Balance-, funktionelles und koordinatives Training zur Reduktion des Sturzrisikos.


Was bedeutet das für deinen Alltag?

Osteoporose bedeutet nicht:

„Ich darf mich nicht mehr belasten.“


Es bedeutet vielmehr:

„Ich sollte lernen, meinen Körper richtig zu belasten.“


Denn regelmäßiges Training kann dabei helfen,

  • Muskulatur aufzubauen und zu erhalten,

  • Kraft und Leistungsfähigkeit zu verbessern,

  • Gleichgewicht und Koordination zu trainieren,

  • Stürze zu vermeiden,

  • die Knochengesundheit positiv zu beeinflussen

  • und mehr Sicherheit im Alltag zu gewinnen.


Gerade diese Kombination macht ein gezieltes Training so wertvoll.


Und was ist mit Wirbelsäule und Wirbelkörpern?

Hier ist besondere Aufmerksamkeit wichtig.

Bei Menschen mit Osteoporose – insbesondere bei bestehenden Wirbelkörperfrakturen oder einem hohen Frakturrisiko – muss die Übungsauswahl individuell angepasst werden.

Die aktuelle DVO-Leitlinie weist beispielsweise darauf hin, dass Übungen mit hoher Belastung der Wirbelsäule in Flexion und Extension zur Vermeidung von Wirbelfrakturen nicht pauschal eingesetzt werden sollten.

Auch internationale Empfehlungen betonen, dass bei Osteoporose und insbesondere nach Wirbelkörperfrakturen eine individuelle Auswahl und Anpassung der Übungen notwendig ist.

Das bedeutet für ein gutes Training:


Nicht jede Übung ist für jeden Menschen gleich geeignet.


Deshalb stehen bei uns Technik, individuelle Belastbarkeit und eine kontrollierte Steigerung im Vordergrund.


Unser neuer Präventionskurs „Osteoporose Prophylaxe - fit & Knochengesundheit

Genau hier möchten wir mit unserem neuen Kurs ansetzen.

Unser Ziel ist nicht, dir einfach ein Standardprogramm vorzusetzen.

Wir möchten dir zeigen, wie du deinen Körper sicher und sinnvoll trainieren kannst.



Dabei verbinden wir verschiedene Elemente:

Krafttraining

Gezielte Kräftigung der großen Muskelgruppen und funktionell wichtiger Muskulatur.

Belastungsreize für den Knochen

Individuell dosierte Widerstands- und gewichtsbelastende Übungen.

Gleichgewicht & Koordination

Für mehr Sicherheit und zur Unterstützung der Sturzprävention.

Haltung & Rumpfstabilität

Für eine stabile Körpermitte und eine bessere Bewegungskontrolle.

Progressiver Trainingsaufbau

Die Belastung wird nicht zufällig gewählt, sondern entsprechend der individuellen Voraussetzungen angepasst und schrittweise entwickelt.


Für wen ist der Kurs interessant?

Unser Präventionskurs richtet sich insbesondere an Menschen, die

  • ihre Knochengesundheit aktiv unterstützen möchten,

  • Osteoporose vorbeugen möchten,

  • bereits eine Osteopenie festgestellt bekommen haben,

  • ihre Muskulatur und Kraft verbessern möchten,

  • mehr Sicherheit im Alltag gewinnen möchten,

  • ihr Gleichgewicht trainieren möchten

  • oder einfach langfristig etwas für ihre Knochen tun möchten.


Wichtig: Bei bestehender Osteoporose, früheren Frakturen, insbesondere Wirbelkörperfrakturen, oder anderen relevanten gesundheitlichen Einschränkungen sollte vor Beginn individuell geklärt werden, welche Belastungen geeignet sind. Der Kurs ersetzt keine ärztliche Diagnostik oder Behandlung.


Jetzt neu bei doc4fit


Osteoporose Prophylaxe - fit & Knochengesundheit

Start: 25.09.2026Wann: Freitags, 10:30 UhrWo: doc4fit – Am Alten Schwimmbad 5, 97450 Arnstein


Der Kurs ist als zertifizierter Präventionskurs nach §20 SGB V konzipiert und kann je nach Krankenkasse mit bis zu 80–100 % der Kursgebühren bezuschusst werden. Die tatsächliche Erstattung richtet sich nach den individuellen Bedingungen der jeweiligen Krankenkasse.


Jetzt Platz sichern!

09363 – 99 79 079

Starke Knochen brauchen keinen Stillstand.Sie brauchen den richtigen Reiz.


Was sagt die Wissenschaft?

Die wissenschaftliche Datenlage lässt sich für den Alltag auf einen einfachen Nenner bringen:

Gezieltes Kraft- und Widerstandstraining ist kein Widerspruch zu Osteoporose – es ist ein wichtiger Bestandteil einer modernen Frakturprävention.

Die aktuelle DVO-Leitlinie empfiehlt für Menschen mit erhöhtem Frakturrisiko geeignete körperliche Aktivität und betont insbesondere dynamisches Krafttraining und gewichtsbelastende Übungen zur Verbesserung der Knochenstärke. Gleichzeitig sollen Balance, funktionelle Kraft und Koordination trainiert werden, um das Sturzrisiko zu reduzieren.

Die Forschung zeigt außerdem, dass Krafttraining nicht nur die Knochendichte beeinflussen kann, sondern gleichzeitig Muskelkraft und funktionelle Leistungsfähigkeit verbessert. Eine systematische Übersichtsarbeit bei älteren Erwachsenen fand beispielsweise deutliche Verbesserungen der Muskelkraft und positive Effekte auf die Knochenmineraldichte im Bereich von Hüfte/Femur.


Und genau diese Kombination ist für die Frakturprävention entscheidend:

stärkerer Knochen + stärkere Muskulatur + besseres Gleichgewicht + weniger Stürze = mehr Sicherheit im Alltag.


Literatur & wissenschaftliche Quellen

Die folgenden Quellen bilden die wissenschaftliche Grundlage für diesen Beitrag. Die Auswahl umfasst PubMed-indexierte Studien, Springer-Publikationen, Cochrane-Reviews, den aktuellen DVO-Konsensus sowie über Google Scholar auffindbare wissenschaftliche Arbeiten.

  1. Kemmler W, Schoene D, Kohl M, et al. (2026).

    Exercise for fracture prevention – evidence and consensus-based practice guideline of the osteology umbrella association (DVO).

    BMC Endocrine Disorders, 26, 98.

    DOI: 10.1186/s12902-026-02194-1.

  2. Shojaa M, von Stengel S, Kohl M, et al. (2020).

    Effects of dynamic resistance exercise on bone mineral density in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis with special emphasis on exercise parameters.

    Osteoporosis International, 31, 1427–1444.

    DOI: 10.1007/s00198-020-05441-w.

  3. Mohebbi R, Shojaa M, Kohl M, et al. (2023).

    Exercise training and bone mineral density in postmenopausal women: an updated systematic review and meta-analysis of intervention studies with emphasis on potential moderators.

    Osteoporosis International, 34, 1145–1178.

    DOI: 10.1007/s00198-023-06682-1.

  4. Zhao F, Su W, Sun Y, et al. (2025).

    Optimal resistance training parameters for improving bone mineral density in postmenopausal women: a systematic review and meta-analysis.

    Journal of Orthopaedic Surgery and Research, 20, 523.

    DOI: 10.1186/s13018-025-05890-1.

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    High-Intensity Resistance and Impact Training Improves Bone Mineral Density and Physical Function in Postmenopausal Women With Osteopenia and Osteoporosis: The LIFTMOR Randomized Controlled Trial.

    Journal of Bone and Mineral Research, 33(2), 211–220.

    DOI: 10.1002/jbmr.3284.

    Die Arbeit ist auch über Google Scholar auffindbar.

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    Progressive Resistance Training for Concomitant Increases in Muscle Strength and Bone Mineral Density in Older Adults: A Systematic Review and Meta-Analysis.

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    DOI: 10.1007/s40279-022-01675-2.

    Ebenfalls über Google Scholar auffindbar.

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    Exercise and the prevention of major osteoporotic fractures in adults: a systematic review and meta-analysis with special emphasis on intensity progression and study duration.

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    DOI: 10.1007/s00198-022-06592-8.

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    Too Fit To Fracture: exercise recommendations for individuals with osteoporosis or osteoporotic vertebral fracture.

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  10. Giangregorio LM, et al. (2015).

    Too Fit To Fracture: outcomes of a Delphi consensus process on physical activity and exercise recommendations for adults with osteoporosis with or without vertebral fractures.

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    Osteoporosis International. 

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    Effect of twelve-month physical exercise program on patients with osteoporotic vertebral fractures: a randomized, controlled trial.

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    The effects of high velocity resistance training on bone mineral density in older adults: A systematic review.

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    Bone's Response to Mechanical Loading in Aging and Osteoporosis: Molecular Mechanisms.

    Calcified Tissue International, 107, 301–318.

    DOI: 10.1007/s00223-020-00724-0.

  15. Brooke-Wavell K, Skelton DA, Barker KL, ..., Giangregorio LM, et al. (2022).

    Strong, steady and straight: UK consensus statement on physical activity and exercise for osteoporosis.

    British Journal of Sports Medicine, 56(15), 837–846.

    DOI: 10.1136/bjsports-2021-104634 



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